Freitag, 6. Mai 2016

R33 - Runen, Rutsche etc.



Runen. Die Form spricht eigentlich dafür, daß es sich bei dem abgebildeten Stein um den Runenstein von Rök in Südschweden handelt, allerdings gibt es auch ein paar Unterschiede. Bei den Runen sind R und T identisch mit unseren Buchstaben. Kein Wunder, denn viele Runologen (so heißen diese Leute) gehen davon aus, daß es sich bei den Runen um gefakte lateinische Schriftzeichen handelt. Im 2. Jahrhundert haben gelangweilte Wikinger im Internet diese tollen hippen römischen Buchstaben gefunden und dann unbeholfen nachgeschnitzt. Die Runen – das die chinesischen Louis-Vitton-Taschen unter den Schriftzeichen.

Rutenbündel. Die Symbolik ist folgende: ein einzelner Stab kann gebrochen werden, nicht aber ein Bündel. Das Beil steht für das Recht, die Todesstrafe verhängen zu dürfen. Alles das haben die Fascis-Träger im Laufe der Jahrtausende mehr als genug durchgezogen. Wenn ihr jetzt glaubt, das Symbol sei hakenkreuzartig nun wirklich durch: googelt mal die Hoheitszeichen Frankreichs, das Logo des Senats der Vereinigten Staaten oder das Wappen Kameruns. Oder Ecuador oder St. Gallen. Fascis, überall.

Rutsche. Zwei Rutschen waren für mich prägend: die Rutsche auf meinem ersten Kinderspielplatz, 200 Meter von unserem Haus entfernt. Eine blankgeputzte Metallfläche, 10 eiserne Treppenstufen – eine klare, ehrliche Sache. Von der zweiten wichtigen Rutsche habe ich mir viele Jahre eine Postkarte besorgt (das Freibad sieht mittlerweile völlig anders aus):




Hier war es eine steinerne Rutschfläche, die zusätzlich mit Wasser rutschig gemacht wurde. Das Freibadrutschen ist dem Sandrutschen natürlich weit überlegen, weil es neben dem sehr kurzen Rutschspaß auch den Platschspaß beim Eintauchen gibt, der eigentlich noch länger dauert als die Rutschspaßkomponente. Lange Zeit bin ich früh rutschen gegangen, dann allerdings jahrzehntelang nicht mehr, wenn man einmal von solchen hundert Meter langen Spaßbadrutschen absieht, in denen mir aber immer schwindlig wird. Erst im Strandbad Plötzensee bin ich wieder auf einer konservativen Wasserrutsche heruntergezischt. Und tatsächlich: es gibt ein Rutschengedächtnis, irgendwo in meinem Gehirn war die Lust des Holzwickeder Wasserrutschens abgespeichert, das Jahrzehnte später im Plötzenseestrandbad wieder aktiviert wurde (ein Hirnareal, das wohl noch seltener Besuch bekommt als Tante Erna im Altenheim). Wobei der Platschspaß ganz anders ist als vom Drei-Meter-Brett, weil man praktisch horizontal auf die Wasserfläche trifft. Probiert das mal aus, ob ihr das auch habt – ein Wasserrutschenmem.

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