Freitag, 22. Juli 2016

S44 - Schwalbe, Schwan etc.




Schwalbe. Oh je, das hatte ich schon bei N06 Nest verbraten, es hätte hier viel besser gepaßt: „Damals in Dortmund hatte ich mein Bett direkt an der Stelle, wo das schräge Dach auf dem Mauerwerk saß. Dort hatten Schwalben ein Nest gebaut. Wenn ich einschlief, konnte ich tatsächlich ein sachtes Kratzen hören, von den Schwalben, die da auf der anderen Seite der Mauer herumtaten oder Schwalbensachen machten. Das war sehr, sehr gemütlich und anrührend.“ Ich vergaß zu erwähnen, daß wir dann auch manchmal Papa oder Mama Schwalbe (in der kurzen Zeit war das nicht zu sehen) unter das Dach flitzten, um den Babyschwalben zu versorgen. Das war dann den ganzen Sommer über so. Die Nester kleben die Schwalben mit ihrer Spucke zusammen, was sagenhaft gut halten soll. Und eben auch schmecken soll, was natürlich die Chinesen herausgefunden haben. Ich weiß schon, warum ich in meinem Chinamarkt in Charlottenburg mit geschlossenen Augen an der Kühltheke vorbeigehe, damit ich nicht die ganzen Hühnerfüße, Schweineschnauzen und Rinderpimmel sehen muß. Schwalbennester sind natürlich schwer zu sammeln, und das macht das Süppchen natürlich sehr teuer. Ein Pfund kostet bis zu 1.000 €. Auf chefkoch.de gibt es 17 Schwalbennester-Rezepte. Allerdings sind dort damit Rouladen mit Eiern drin gemeint. Was ist das denn für ein Quatsch? Ein Ei in eine wunderbare Kalbsroulade stecken? Auf dieser Seite sind ja auch immer die schlechtesten Food-Fotografen der Welt unterwegs. Ich habe mich jetzt auch mal nach echten Schwalbennestersuppenrezepten umgeschaut. Der Trick besteht wohl darin, das Nest zweimal aufzubrühen (nach dem ersten Brühen eventuelle Federn entfernen). „It could be a good choice for a romantic evening, as bird's nest is rumored to be an aphrodisiac”. Ja, voll romantisch, Schwalbenspucke, aber vielleicht denkt sie oder er ja auch: „Hach, das war eine Suppe für 500 €. Er/sie liebt mich.“  Und dann: "Komm laß uns küssen. Unsere Zungen sind voller Schwalbenspucke." Nee. – Vom Schwalbennest als Abzeichen hab ich noch nie gehört. Es ist in der Illustration schwer zu erkennen, aber man sieht es hier von der Seite, es steckt auf dem Oberarm, so ähnlich wie Epauletten. Warum? Fragt nicht. Was am Militär hat den überhaupt Sinn und Zweck?



Schwan. Schwäne gelten als schöne und liebreizende Vögel. Völlig falsch. Vor vielen Jahren lag ich einmal in einem vollbesetzten Freibad, nicht unweit des kleinen Flüßchens, der die Anlage durchschnitt. Auf einmal stieg ein Schwan aus dem Gewässer und watschelte – auf mich zu. Ich war etwas verblüfft und stand auf. Der Schwan war an mich herangekommen und schnappte sich mein hellblaues Handtuch. Ich erwischte gerade noch eine Ecke und hielt es fest. Daraus ergab sich folgendes Bild: Schwan auf der einen Seite, zieht am Handtuch, Joachim auf der anderen Seite, zieht am Handtuch. Binnen Sekunden war ich von Kindern umgeben, die sich auf dem Boden rollten vor Lachen. Hahaha, der Schwan klaut dem Typen das Handtuch. Und wenn ihr jetzt denkt: mit einem Ruck am Handtuch wäre das alles schnell erledigt – ja, dann macht mal einen Handtuchkampf mit einem Schwan. Er war übrigens voll sauer, streckte seine Flügel hoch und riß weiter an dem Handtuch. Meine Güte, war das Vieh stark. Die Blagen rasteten schier aus vor Begeisterung. Dann endlich ließ er einmal kurz locker, um mich anzuraunzen und ich packte das Handtuch, und gleich weg. Mein Gott, war das peinlich. Ein Glück, daß es in der Prä-Smartphone-Zeit war. Ein Glück.




Schwebebahn. Ich war erst einmal in Wuppertal. Natürlich wegen Ballett. Weltweit kennt jede Ballettratte Wuppertal wegen Pina Bausch. Leider habe ich es versäumt, Schwebebahn zu fahren. Es sind insgesamt 20 Stationen, und ja, es gibt so etwas nirgendwo anders. Ist ja auch wirklich eine seltsame Idee. Bekannt ist ja vor allem die Geschichte vom Elefanten, der 1950 für eine Werbeaktion Schwebebahn fahren sollte. Allerdings sollte allgemein bekannt sein, daß Elefanten wahnsinnig Angst vor Schwebebahnen haben. Er ist dann voller Panik rausgesprungen, mitten in die Wupper und blieb dabei völlig unverletzt. Ihr kennt doch sicher alle Tuffi-Milchprodukte, oder? Die Firma Tuffi-Campina sitzt in Wuppertal und ist benannt nach - Tuffi, dem Schwebebahn-Elefanten. Das wußte ich wiederum auch nicht. Wieso sie keinen Elefanten im Logo haben, ist mir allerdings ein Rätsel. Stattdessen umständliche Selbstbeschreibungen: „Unser Ziel ist es, Menschen zu helfen, in ihrem Leben vorwärts zu kommen, indem wir mehr aus Milch machen“. Ahso. Mehr aus dem Leben mit Milch machen. Verbesserungsvorschlag für einen Slogan: „Tuff wie Tuffi.“Unschlagbar.