Freitag, 17. Februar 2017

T22-Tretwerk, Triumphbogen etc.



Tretwerk. Hä? Was ist denn eine Roßkunst? Eigentlich müßte ich es wissen, denn mein Nachname leitet  sich – so erklärte es mir einmal man Vater – vom sog. Göpel ab, das ist eine Kraftmaschine, die hauptsächlich für den Bergbau eingesetzt wurde. Und irgendsoein Typ, mein Ur-Ur-Ur-Großvater, hat dann das Pferd im Kreis herumgeführt und hatte dann seinen Namen weg. Nicht super, aber es hätte auch schlimmer kommen können. Hätte mein Vorfahr die Toiletten saubergemacht, würde ich jetzt Kackstuhl heißen. – Tatsächlich heißen diese Dinger im Kreis aber tatsächlich „Roßkunst“, aus welchen Gründen auch immer.



Triangel. Ja, liebe Hamburger, ihr habt eine tolle Akustik. ABER, bei uns in der Philharmonie in Berlin läuft das folgendermaßen: Schostakovich, 10. Symphonie, im tutti, alles kracht, spritzt, donnert,  raucht, und dann schlägt der Perkussionist die kleine Triangel an. UND MAN HÖRT ES. So geht Akustik, liebe Hamburger.



Triumphbogen. Ein Triumphbogen ist ein vollkommen sinnfreies Gebäude. Einzig und allein dafür gebaut, durchzulaufen, weil man etwas gewonnen hat. Apropos Gewinnen: liebe Schalker, habt ihr in Gelsenkirchen eigentlich einen Triumphbogen? Nun? Von 1958? Und jetzt fangt bitte nicht wieder mit dem UEFA-Cup 1997 an. Wißt ihr, was wir in jenem Jahr gewonnen haben? Die Champions League. Den Weltpokal. Das ist Triumphbogen, liebe Schalker. – Ein Riesenproblem beim Erbauen eines Triumpbogens ist: je größer, desto länger dauert es. Der Arc de Triomphe – okay, das ist wirklich ein großer Bogen! – hat 30 Jahre Bauzeit benötigt. Als er fertig war, da war Napoleon schon neun Jahre tot. Man sollte sich im Triumph also etwas bescheiden und nicht unbedingt eine Elphilharmonie oder ein BER wollen. Andere Länder haben übrigens auch ihre Triumphbögen. Den vielleicht häßlichsten Triumphbogen haben sich die Gambier gebaut, irgendwo zwischen Brandenburger Tor und Doppelhaushälfte. Unglaublich bekloppt sind natürlich auch die Schwerter von Kadesia – das sind die Pfoten (inklusive Fingerabdrücke!) von Saddam Hussein. Komisch, daß sie das immer noch nicht abgerissen haben.