Freitag, 5. Februar 2016

R11 – Reck, Regenbogen etc.




Reck. Hier kann ich es ja erzählen: der Felgaufschwung, das war der maximale Horror für mich beim Reckturnen. Das Riesenproblem war der Überschlag. Es fehlte nicht an Kraft oder Geschmeidigkeit, sondern der Horror war einfach, daß ich nach hinten kippe (bzw. nach vorne, das ist ja beim Felgaufschwung gar nicht klar). Mich davor drücken konnte ich auch nicht, also mußte ich da durch und rundherum. Grauenhaft. Hätte der liebe Gott gewollt, daß wir uns um uns selber drehen, hätte er uns rund erschaffen und nicht so länglich, wie wir sind. Ja, ich bin eher länglich als rund, damit ihr es wißt.



Regenbogen. Das ist natürlich hart für ein schwarz-weißes Lexikonwerk, einen Regenbogen zu illustrieren. Man behilft sich mit ein paar Bäumen, einem weißen Bogen und ein paar Farbnamen. 1974 hat man auf den Illustrationsversuch ganz verzichtet. Ich finde, ein Regenbogen ist eine schöne Kunstform der Natur, die sie einfach so mal macht, ohne evolutionären Zweck. Zumindest sind mir keine Tiere bekannt, die sich von Regenbögen ernähren oder Pflanzen, die auf Regenbögen wachsen. Sie müßten das ja auch ziemlich schnell machen. Das ist einer der Gründe, warum ein Regenbogen so schön ist, das Flüchtige. Was ich noch nicht wußte: die Sonne muß in einem Winkel von 42° Grad auf den Regen scheinen, und der Regenbogen wölbt sich immer in einem Winkel von ebenfalls 42° über uns; es gibt also bei Regen-Regenbögen keine flachere oder höhere Bögen (die wenigen Ausnahmen könnt ihr anderswo nachlesen). Ebenfalls bemerkenswert: ihr kennt ja sicher das Phänomen von mehreren Regenbögen übereinander. Die Zone zwischen dem Hauptregenbogen und dem Nebenregenbogen erscheint dann etwas dunkler als der benachbarte Himmel. Dieses Phänomen nennt man „Alexanders dunkles Band“ nach Alexander von Aphrodisias, den ich jetzt namenstechnisch mit anderen Sachen in Verbindung gebracht hatte. – Wußtet Ihr, daß es auch Mondregenbögen gibt? Sie sind außerordentlich selten, da es mindestens Vollmond sein muß, eine klare Nacht, aber trotzdem Regen. Ich habe jedenfalls noch nie einen gesehen. Sie sind übrigens weiß.



Regler. Es handelt sich hier um einen Fliehkraftregler. Erfunden hat ihn James Watt, und es war eigentlich der Beginn der maschinellen Regelungstechnik. Das Prinzip ist klar: bei einer Drehung gehen durch die Fliehkraft die Gewichte nach außen, und zwar immer mehr bei schnellerer Drehung. Ursprünglich für die Dampfmaschine entwickelt, haben wir selber noch Fliehkraftregler erlebt: sie waren nämlich in den Wählscheiben alter Telefone sowie in alten Spieluhren, um die Abspielgeschwindigkeit konstant zu halten.



Reh. Kleines Reh, jetzt habe ich gar keinen Platz mehr für dich. Aber wenigstens noch: wußtet ihr, daß die kleine Rehnase „Windfang“ heißt. Das ist schon sehr putzig.

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