Samstag, 24. Oktober 2015

P15 – Phrygische Mütze, Pilger etc.




Phrygische Mütze. Die Phryger sind ein nahezu vergessenes Volk, das Anatolien vor 2.800 Jahren besiedelte. Die Mütze wurde ursprünglich aus dem Hodensack eines Stieres gefertigt und sollte auch die Potenz des Stiers an den Träger weitergeben. Eine Viagramütze sozusagen. Und jetzt schaut euch mal die Mützen der Schlümpfe an. Alles klar, oder?



Pieta. In letzter Zeit fasziniert mich Giovanni Bellini sehr; es hängen auch drei sehr gute Gemälde von ihm in Berlin. Für mich gehört er zu den Malern, deren Werke eigentlich gar nicht nach ihrer eigenen Zeit aussehen, so etwa auch seine vatikanische Pieta (googelt das mal). Sehr seltsam, und merkwürdigerweise von unten geknipst, während normalerweise der Betrachter leicht über der Szene steht. Der merkwüdige, halb offene Mund der Maria. Und ist Jesus überhaupt tot? Bei Bellini denke ich immer: Mitte des 19. Jahrhunderts. Er ist aber tatsächlich 500 Jahre älter.



Pilaster. Ein Pilaster ist eine Scheinsäule zur Zierde. Übersteigt sie mehr als zwei Stockwerke, so gibt es das hübsche Wort Kolossalpilaster dafür.



Pilger. Ich habe einmal nachgeschaut, ob es in Berlin überhaupt einen Wallfahrtsort gibt. Ja, einen einzigen: die Kirche Maria Frieden in Tempelhof. Allerdings haben wir gegen die Berliner Wallfahrtsöde schon vor Jahren etwas unternommen. Als die strenggläubige Mutter einer Freundin verstarb, hinterließ sie ihr einige Liter geweihtes Lourdeswasser. Eine dieser Flaschen hat sie aus Karlsruhe nach Berlin gebracht und wir haben damit den Plötzensee lourdifiziert. Gut, das heilige Wasser ist jetzt etwas verdünnt, aber so funktioniert ja auch Homöopathie. Ich bin seitdem schon oft im Plötzensee geschwommen und muß sagen: es funktioniert. Ich werde jedesmal nach den Baden ein paar Tage jünger, und auch schöner. Probiert es mal aus, nächsten Sommer!

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