Freitag, 14. August 2015

M32 - Münzen



Münze. Mein Vater war ein leidlicher Münzsammler, und zwar von Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutchland, und mit ein paar Münzen habe ich dann auch 1972 angefangen, zur Olympiade in München, aber dann recht schnell die Lust verloren. Auch die Sammlung beschränkte sich auf die eher normalen Stücke. Das waren damals meistens 5 DM-Gedenkmünzen, und bis Fichte (1964) waren wir komplett. Noch älter als Fichte sind nur die berühmten vier Münzen Eichendorff, Markgraf von Baden, Schiller und natürlich das Germanische Museum, die in den 80ern locker um die 2.000 DM wert waren. Ich habe jetzt noch einmal nachgeschaut: Das Germanische Museum ist für 500 Euro zu haben, die anderen gar für 250 Euro. Die Auflagen der Gedenkmünzen sind zu DM-Zeiten auch zurückgegangen: von über 8 Millionen Anfang der Neunziger auf 3 Millionen zehn Jahre später. Und hier in der Nachbarschaft hat auch der letzte  Briefmarken- und Münzenladen dicht gemacht. In dem Münzenladen war ich sogar einmal, um eine Münze zu besorgen. Man war damals außerordentlich verdattert, einen Kunden zu begrüßen. Ein winziger Mann, dem sein kleiner Anzug deutlich zu groß war, bediente mich und er ging so behutsam mit den Münzen um, als wären es Schmetterlingsflügel. Das sind alles Geschäfte, die nur noch existieren, weil dem Eigentümer die ganze Immobilie gehört. Und dann stirbt irgendwann der Eigentümer. Und es ist ja auch klar, daß keine kleinen Jungs mehr anfangen, Münzen zu sammeln. Münzen ausgeben ok, aber nicht sammeln. Damals guckten wir uns jedenfalls immer nach 50 Pfennig Bank Deutscher Länder 1950 um, weil die 500 Mark wert war. Der Preis hat sich übrigens gehalten. – Die wohl seltenste und begehrteste Münze der Welt ist der Saint Gaugens Double Eagle von 1933, eine Münze die offiziell gar nicht im Umlauf ist und von der höchstens eine Handvoll existieren. Seltsamerweise scheinen nicht nurSammler, sondern auch der US-Geheimdienst hinter der Münze her zu sein. Aber für diese wirre Geschichte haben wir heute keine Zeit mehr. Stattdessen wenden wir uns noch mal der Ausgabe des Brockhaus von 1944 zu, die eine etwas andere Auswahl an Münzen hatte:






Nicht die unschuldige Holländerin Wilhelmina, sondern Hindenburg und Hakenkreuz. Interessanterweise sind die Nazi-Münzen so gut wie nichts wert. Es gibt also doch noch Gerechtigkeit, im Münzhimmel.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Manchmal hat es Probleme mit der Kommentarfunktion gegeben. Bitte dann eine Mail an joachimgoeb@gmail.com Danke