Freitag, 24. Juli 2015

M24 - Monogramm, Moos etc.






Monogramm. Ich habe auch ein Monogramm. Das habe ich entworfen, als ich ungefähr 15 Jahre alt war. Es war sozusagen eine Eingebung. Ich male es euch hier mal auf:




Ok, das liegt auch irgendwie nahe bei J und G, daß die beiden sich den langen Strich teilen. Aber schick fand ich das damals. Ein Riesenproblem war allerdings, daß ich nichts hatte, was ich hätte monogrammieren können. Ihr habt ja schon ausführlich über meine komplette Kunstinkompetenz inklusive Makramee, Ton, Wasserfarben etc. gelesen. Nichts davon wäre es wert gewesen, mit meinem schönen J G verziert zu werden. Im Grunde warte ich heute noch drauf. Ich könnte mir damit eine Exlibris-Prägezange machen lassen. Aber das ist eigentlich eitler Kack. Überhaupt, seinen Namen in Bücher zu schreiben, es sei denn, man sitzt mit 35 anderen Schülern zusammen, die alle das gleiche Lateinbuch vor sich haben. Auch bei den Schneider Kinderbüchern damals. Hier ein Exlibris von einem Band Burg Schreckenstein:







Später stand dann sogar darin: „Dieses Schneiderbuch gehört:…. Geschenkt von:…..“. Das war mir dann aber voll zu affig. Ich meine, welche Tante Frieda würde denn in das Buch reinschreiben „Geschenkt von: Tante Frieda“? Ich habe im Regal jetzt noch ein weiteres Schneiderbuch entdeckt, in dem der Name nach „Dieses Schneiderbuch gehört“ fein säuberlich ausradiert ist. Nicht superfein säuberlich, denn man kann noch „Die“ am Anfang lesen. Also wahrscheinlich Dietmar. Ich habe es meiner Schwester gestohlen, aber die heißt nicht Diethilde. Vielleicht hat sie es wiederum Diego Maradona gestohlen. Aber liest Maradona ein Buch von Enid Blyton? – Warum ich noch meine Kinderbücher ins Regal stelle? Ja, warum denn nicht?



Moos. Das hätte ich ja dem Moos überhaupt nicht zugetraut: sie sind zweigeschlechtlich. Genauer gesagt, die Generationen wechseln sich geschlechtlich-ungeschlechtlich ab, oder wie der Biologe sagt, sie haben einen heterophasischen Generationswechsel. Also in Generation 1 sind die Moose scharf wie Nachbars Lumpi aufeinander, aber ihre gezeugten Mooskinder interessieren sich einen Scheiß für Sex und sind nicht mal schwul. – Das Lebermoos heißt übrigens Lebermoos, weil es früher in Wein (!) gekocht wurde und als Lebermedizin eingesetzt wurde.



Moor. So richtig hatte ich als Kind den Unterschied zwischen Moor und Sumpf nicht verstanden. Wenn ich ehrlich bin: bis heute nicht. In alten Schwarzweißfilmen gab es ja dann oft diese schlimme Szene, wenn jemand im Moor (Sumpf) versinkt. Horror. Für mich damals der schlimmst vorstellbare Tod. Hängen: ok. Köpfen: ok. Erschießen: sowieso. Verbrennen: nagut. Herunterstürzen: macht sogar zunächst erst Laune. Aber im Moor versinken: grauenhaft. Man hat ungefähr 1.000 Moorleichen konserviert, und bis heute streitet sich die Wissenschaft, warum sie eigentlich zu Tode kamen. In den wenigsten Fällen dürften sie vom Weg abgekommen sein, sondern es waren vermutlich Menschenopfer oder Hinrichtungen. GRAU-EN-HAFT. Dann lieber von Löwen gefressen werden. Selbst durch den Fleischwolf gedreht werden fand ich okayer als im Moor zu versinken (und klar, die Hand streckte sich noch einmal durch die brackige Oberfläche…)
 





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