Freitag, 25. April 2014

J03 - Jasmin, Johannisbrot etc.




Falscher Jasmin. Viele ordinäre Sträucher und Pflanzen geben sich für Jasmin aus. Sozusagen ein botanischer Enkeltrick. Bezeichnenderweise ist im Brockhaus auch kein echter Jasmin abgebildet, sondern der falsche Jasmin, der Pfeifenstrauch. Sie sind sich nicht einmal besonders ähnlich; der falsche Jasmin hat vier Blütenblätter, echter Jasmin hat fünf. Botanisch sind sie so eng miteinander vewandt wie Konrad Kujau mit Adolf Hitler. Allerdings riecht er genau so wie Jasmin. Der zweite Blütenbetrüger ist der Sternjasmin aus der Gattung der Hundsgiftgewächse, womit sein wichtiger Einsatzzweck schon einmal umrissen ist (Pferde vertragen ihn übrigens auch nicht). Der Jasminblütige Nachtschatten ist ein eher unbeholfener Jasminlügner. Außerdem sehen seine Blüten eher nach Kartoffelblüten aus. Dann gibt es noch den Chilenischen Jasmin (ebenfalls giftig) und der Carolina-Jasmin, der es nicht mal schafft, weiße Blüten zu haben, sondern gelbe, und ebenfalls nicht einmal über drei Ecken mit dem echten Jasmin verwandt ist. Kurzgefaßt – es wäre kein Problem, ein botanisches XY Ungelöst mit Blumenhalunken aus dem Jasminumfeld zu füllen.



Joch. Ein Tragjoch wird praktisch nur noch in Entwicklungsländern benutzt. Eigentlich seltsam, denn auch anderswo wird schwer herumgeschleppt. Es ist übrigens bezeichnend, daß hier eine Frau mit Eimern abgebildet ist; fast alle Abbildungen von Tragjochen in Mitteleuropa zeigen eine Frau mit Eimern. Heutzutage soll das Tragjoch ausschließlich nur noch im Straßenbau zum Einsatz kommen, nämlich beim Asphaltieren an schwer zugänglichen Stellen. Und laut der Berufsgenossenschaft der Straßenbauer wiegen zwei Asphalteimer inklusive Joch 60kg.



Johannisbrot. Die braunen, länglichen Früchte des Johannisbrotbaums können nicht mit Erntemaschinen eingesammelt werden, sondern werden mit einem Stock vom Baum geschlagen. Anders funktioniert es nicht, und deshalb ist Johannisbrotmehl auch so teuer. Seinen Namen hat es von Johannes dem Täufer, der die Früchte nach Mt 3,4 immer gefuttert haben soll. Gut für ihn, denn senkt den Cholesterinspiegel und wirkt gewichtsreduzierend. Eigentlich egal, wenn einem dann der Kopf abgeschlagen wird, aber gut. Unbekannt ist, ob der Johannisbrotbaum von anderen Gestrüppen gelogen wird.  

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