Freitag, 21. Februar 2014

H16 - Heidekraut, Heiligenschein etc.





Heidekraut. Wie schon vorletzte Woche beim äthiopischen Hasen – man denkt sich ja, so ein Heidekraut ist botanisch komplett durcherforscht und bis in jede Blüte bekannt. Aber von wegen Wissensgesellschaft – das Wissen ist nur ein dünner Lack auf einem riesigen Berg des Keine-Ahnung-Haben. 90% aller Heidekräuter wachsen in Südafrika. Und Wikipedia muß gestehen: „Die innere Systematik der Gattung hingegen ist unzureichend erforscht und gilt als offen.“ Auch Heidekraut ist also ein Menschheitsrätsel! Mit ein klein wenig Mühe und Fleiß könnte man sich in das Fachgebiet einarbeiten und wäre in einigen Jahren ein internationaler Heidekrautgott und würde Key Notes auf Heidekraut-Conventions halten. Vielleicht bekommt man dann auch einen unerbittlichen wissenschaftlichen Rivalen (ich erinnere an A24, den Zitrusfrüchtestreit). Beim Heidekraut hat man alle Chancen auf den ewigen Ruhm.

Heiligenschein. Der Heiligenschein wurde im 2. Jahrhundert erfunden. Zuerst durfte nur Jesus einen haben, dann die Päpste, dann bekamen die Engel ihren heiligen Schein, anschließend die Heiligen, die Kaiser und Könige, und Grafen und dann offenbar irgendwie alle. Das ist wohl offenbar so ähnlich wie beim iPhone gelaufen. Es gibt auch unterschiedliche Versionen vom Nimbus: Wenn die gesamte Person umgeben ist, dann ist das entweder eine kreisförmige Aureole oder eine mandelförmige Mandorla. Was ich gar nicht wußte: wenn der Nimbus eckig war, dann lebte die Person noch zum Zeitpunkt der Anfertigung des Bildnisses. Das war dann wahrscheinlich auch eine zeitgenössische Drohung: „Ich mach dir gleich einen runden Nimbus.“

Heft. Ich habe gerade einmal nachgezählt: in meinem Bücherschrank stehen 41 noch unbenutzte Hefte und Kladden. Ich könnte eine ganze Schulklasse damit ausrüsten. Aber überhaupt finde ich, das Heft ist das beste Aufschreibemedium. Es hat einen abschätzbaren Umfang, perfekt in Benutzung und leicht mitzunehmen. Vielleicht mache ich mal eine Brockhaus 1952-Version in einem Heft. Die Scans kann ich ausdrucken, und dann handschriftlich den Text dazuschreiben. Hier wie dort sind Hyperlinks verboten. Und die letzte Seite ist der Klassenspiegel. Ich hab auch noch eine ganz kleine winzige Menge von Original-Friedrich-Wilhelm-Heften, ohne EAN-Code, mit echtem Klebepapierrücken, nicht aufgedruckt. Wenn Ihr mich mal gerne glücklich machen wollt – dann wißt Ihr jetzt wie.

Herd. Ich bin einigermaßen ratlos, wie das nach dieser Illustration funktionieren soll. Also man muß den Herd anmachen, damit Wasser warm wird, das in den Radiator strömt, und dann wird erst die Bude warm? Das ist komisch, und voll umständlich. Hat man das früher wirklich so gemacht?

Kommentare:

  1. Hallo,

    zum Herd und den vielen Fragezeichen: das Modell ist der Übergang zwischen "Ein Haus hat eine zentrale Heizstelle: in der Küche der Herd" und der Zentralheizung im Keller gänzlioch getrennt von dem Herd in der Küche, der nur noch fürs Essenkochen da ist.
    In so einem Herd wie dem abgebildeten brannte immer ein Feuer (und meistens steht ein Kessel mit heißem Wasser drauf und hängen Tücher zum trocknen drüber). Das wird morgens angemacht und den Tag über am Leben gehalten.
    Tja und dann mit Eintritt in die Moderne kam jemand auf die Idee, die Wärme des Herdes auch im Haus zu verteilen und hat eine Wasserleitung vom Herd zu einem Heizkörper und zurück verlegt.
    Und als sich das als sehr praktisch (und vor allem finanziell leistbar) herausgestellt hat, wurden Zentralheizungen separat eingeführt, in denen dann ein Feuer nur für die Heizungsfunktion brannte. Und der elektrische Herd wurde eingeführt, der auch nur dann heizte, wenn der Topf darüber es brauchte.

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  2. Ja, Okeo, als ich sehr klein war, hatten wir auch so einen Herd inklusive Brikettfeuerung. Bis heute sitze ich am liebsten in der Küche.- Nur den Herd dann auch als Heizkessel für andere Räume zu nutzen, das war mir neu. Nächster Entwicklungsschritt dürfte sein, mit einer App zu heizen.

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  3. Gerade, d.h. vor zwei Stunden, erstmals dein Blog entdeckt und mich von Bonn bis Wiesbaden wunderbar unterhalten gefuehlt. Tolles Projekt, prima Wortwitz, - da lese ich mich noch durch bis A01.

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