Freitag, 6. Dezember 2013

G34 - Goldlack, Goldregen etc.





Goldener Schnitt. Jetzt mal Klartext. Körpermaße, Planetenbahnen, Papierformate, Pyramiden, Parthenontempel und das Rathaus in Leipzig sollen ja angeblich alle im Goldenen Schnitt liegen. Das ist ALLES gelogen. Wenn man lange genug an einem Ding herummißt, dann bekommt man irgendwo und irgendwie auch den Goldenen Schnitt heraus. Das ist alles. Sogar das iPhone soll im Goldenen Schnitt sein. Alles Unsinn. Die Goldener-Schnitt-Lüge. Dieser Beitrag liegt auch im Goldenen Schnitt. Alles Quatsch.


Goldlack. Ich lese erstaunt, es gäbe eine allgemein verbreitete Blumensprache. Goldlack bedeutet „Ich sehne mich nach dir.“ Die letzte Blume, die ich verschenkt habe, war eine Sonnenblume. Laut Blumensprachbrockhaus bedeutet das: „Laß uns nur heitere Stunden haben“. Glück gehabt, es hätte ja auch auch folgende Bedeutung haben können: „Ich mag deinen Kartoffelpüree nicht, weil er zu bröckelig ist“. Aber diese Blumensprache ist keinesfalls immer nur niedlich. Wenn man Akeleien verschenkt, heißt das „Ich halte dich für einen Schwächling“. Mit Blaustern bittet man um Verzeihung, mit Pfefferminze allerdings auch. Die Distel bedeutet „Die Sache ist mir zu gefährlich“. Habt ihr kürzlich mal Hortensien geschenkt bekommen? Das ist nicht gut, denn das bedeutet: „Du bist ein Wichtiguer“. Bei Nelken sollte man aufpassen: rote Nelken bedeuten heiße und innige Liebe, gelbe Nelken Verachtung. Und mit weißen Nelken sagt man der Welt, daß man noch zu haben ist. Allerdings ist es beunruhigend, daß es offenbar verschiedene Dialekte der Blumensprache gibt. Ich habe hier drei Quellen, und die Unterschiede sind beängstigend. Margeriten zum Beispiel. Bedeuten entweder: „Du bist lieb und machst mich glücklich!“ Oder: „Laß mich in Frieden“. Puh. Oder man überreicht seiner Liebsten einen Strauß Petersilie, denn das bedeutet ja: „Ich möchte dir etwas Liebes tun.“ Die Liebste schlägt zuhause nach und findet zu Petersilie: „Ich liebe die schlichte Häuslichkeit.“ Boah, denkt sie sich dann, was für eine Flasche, dem schick ich jetzt einen Strauß Akeleien. Oder Hyazinthen: Entweder: „Nur du kennst mich wirklich!“ Andere Version: „Deine Kälte läßt mich verschmachten.“ Meine Güte, ist das alles kompliziert. Dann bringe ich ihr lieber eine Vollmilchschokolade mit („Du bist so süß“).



Goldregen. Mein Vetter, der hier schon einige Auftritte hatte, erzählte über den Goldregen in unserem Garten, wie giftig die Blüten seien. Wenn man eine einzige Blüte esse, würde man davon sterben. Ich glaubte ihm das nicht. Doch, ganz bestimmt, sagte er, bei ihm zuhause, einige Straßen weiter, hätte ein Junge eine Goldregenblüte gegessen und sei daran gestorben. Ich glaubte ihm noch immer nicht. Die Geschichte von dem weißen Krokodil im Möhnesee war ja auch erlogen.



Golf. Es handelt sich hier um Schläger, die laut Wikipedia der „klassischen Ausstattung im 19. Jahrhundert und davor“ entsprechen. Offenbar war man beim Brockhaus nicht so ganz auf der Höhe der Zeit. – Beim Golfschlägerbau gibt es auch einen Stradivari: er heißt Hugh Philp und lebte von 1782 bis 1856. Es war seine Gewohnheit, so berichtet man, noch mindestens einen halben Tag mit jedem Schläger zu verbringen, den ihm seine Mitarbeiter als vollendet herbeibrachten, um noch die „finishing touches“ anzubringen. Besonders legendär und selten sind die Putter. Schade eigentlich, daß sie heute eigentlich nicht mehr verwendet werden. Sie würden gewiß schön klingen. Ich konnte nicht herausbringen, wie viele es noch gibt. Stradivarien gibt es noch 144. Davon sind aktuell 6 gestohlen. Also eine deutlich höhere Klauquote als bei Vermeergemälden (1/37).



Gong. Sehr drollig sind die Streitereien darüber, aus welcher Sprache „Gong“ als onomatopoetisches Wort abgeleitet ist. Lange galt das Javanische als Quelle. „Diese Einschätzung scheint etwas eng gegriffen“, mäkelt Wikipedia, denn es gongt angeblich überall in der austronesischen Sprachfamilie. So gäbe es ja noch das balinesische „Girr“ als Lautnachahmung. Girr für Gong? Nee, dann bin ich aber Team Java. Gonnnnggg.

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