Freitag, 15. November 2013

F43 - Futter, Fußball



Futter. Ich lese das ja gerne, wenn auf Wikipedia die Fachleute hohldrehen. Wie beim Spannfutter: „Der Spannzylinder zieht ihn über das Zugrohr in den Kegel des Futterkörpers. Bindeglied zwischen Zugrohr und Zugmechanik ist der Zugrohradapter.“ Äh? Aber dann weiter: „Spannkopffutter sind auf hohe Wuchtgüte gewuchtet und verfügen futterseitig über eine Hubbegrenzung in beiden Richtungen.“ Donnerwetter.

Fußball. Ich dachte zuerst, das hier abgebildete Spielsystem sei das WM-System, aber das ist ein 3-2-2-3, und hier abgebildet ist ein 2-3-5. Es ist die sog. „Schottische Furche“, eigentlich „Pyramid“. Erfunden wurde es um 1890, und es blieb ein halbes Jahrhundert das dominante System. Erst in den Fünfzigerjahren wurde es durch Zurückziehen des Mittelläufers und zweier Stürmer zu Halbstürmer zum WM-System. Es heißt nicht wegen einer Weltmeisterschaft WM-System, sondern weil die Spieler wie ein W und M angeordnet sind, 3-2-2-3. Damit haben wir dann das Wunder von Bern gespielt. Aufgewachsen bin ich mit 4-3-3 (Fußball-WM 1974) und 4-4-2. Mit Vorstopper und Libero. Die englische Wikipedia kennt als moderne Formationen darüber hinaus 4-3-2-1, 5-3-2, 3-4-3, 3-5-2, 3-6-1, 4-5-1, 4-2-3-1, 4-6-0, 5-4-1, 1-6-3, 4-2-2-2, 3-3-1-3, 3-3-3-1 und 4-2-3-1. Ja, ein 1-6-3 gab es auch. So hat Japan 1936 Schweden geschlagen. Anschließend gingen sie gegen Italien 0:8 baden. Später wurde diese Formation deshalb„Kamikaze“ genannt und wird nur noch relativ selten verwendet. Vielleicht läßt Jürgen Klopp mal so spielen, wenn noch mehr Innenverteidiger ausfallen. Im Mittelfeld hat er ja genug. Hinten Mats Hummels und der Rest auf die Zwölf bzw. Elf. – Die Bezeichnung „Strafmarke“ für Elfmeterpunkt habe ich nirgendwo anders gefunden. Seit Tagen male ich mir aus, wie Thomas Müller am 23. November 2013 von der Strafmarke aus gegen Roman Weidenfeller antritt. 89. Minute. Weidenfeller hält. Dortmund gewinnt 1:0. Ja.

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