Freitag, 24. März 2017

U02 – Urnen, alle möglichen




Urne. Hä? Gesichtsurne? Was ist denn eine Gesichtsurne? Aber das gibt es tatsächlich. Es gibt eine Gesichtsurnenkultur, Gesichtsurnenforscher, Gesichtsurnen-Literatur. Erstaunlich. Allerdings habe ich jetzt nachgeguckt, daß gut die Hälfte der Gesichtsurnenliteratur von einem gewissen Wolfgang La Baume stammt (1885-1971). Andere Menschen fanden Gesichtsurnen – vielleicht - nicht so interessant. Ich gehe dann auch über zur Hausurne. So, und wer hat die führende Monographie zu Hausurnen geschrieben? Wolfgang La Baume. Das ist echt der MC Komische Urne, der gute Wolfgang La Baume. Übrigens waren sowohl Gesichtsurnen als auch Hausurnen ziemlich exakt auf das Gebiet der ehemaligen DDR beschränkt, nur eben früher, 7. Jahrhundert vor Christus. Interessant: man weiß eigentlich nichts über diese Kultur, eben nur diesen Spleen mit den Urnen. – Aber da kann ich helfen: das waren Ossis, sie haben komisch gesprochen und sich unvorteilhaft angezogen. Ich meine, das sieht man auch echt an den Urnen.



Wahlurne: mich begeistert immer wieder die Ernsthaftigkeit, mit der die Wahlhelfer die Abgabe der Stimme begleiten. Ich hatte mich letztes Jahr auch beworben, aber sie haben mich nicht genommen. Apropos. Wo wir hier so nett zusammensitzen – ich schreibe jetzt mal eine neue Bewerbung!



Liebes Berlin,



ich hatte mich schon mal letztes Jahr als Wahlhelfer gemeldet, aber ihr habt mich nicht genommen. Das ist schade. Und ganz ehrlich: das hat auch ein wenig weh getan. Mich erfreut immer die Ernsthaftigkeit, mit der Wahlhelfer in meinem Wahllokal sitzen und bei der Wahl helfen. Nein, das ist wirklich toll! Ich bin auch nicht scharf auf das Erfrischungsgeld in Höhe von 50 Euro. Ich meine, für 50 Euro kann man sich schon ziemlich erfrischen. Ich würde das aber nicht am Wahlsonntag machen, sondern am Wochenende danach. Ich könnte auch mit 30 Euro Erfrischungsgeld gut leben. Ich kenne Kneipen (in meinem Wahlbezirk!), da bekommst du 12 große Bier für 30 Euro. Aber wie schon gesagt: nicht am Wahltag. Ich würde komplett nüchtern im Wahllokal sitzen und vielleicht Listen abhaken, oder die Urne mit einem Umschlag zuhalten, oder einfach nur da sein und ohne jede Erfrischung da sein und helfen. Ich habe Wählen schon immer super gefunden. Schon Klassensprecherwahlen fand ich toll, und da war ich auch schon Wahlhelfer, weil ich für jede Stimme einen Strich an die Tafel gemalt habe. Und da gab es kein Erfrischungsgeld! Also, liebes Berlin, überleg mal, ob ich vielleicht doch geeignet und würdig wäre!



Beste Grüße, Joachim



Frau Gräbner-Böke hat mir dann einen Link zu einem Formular geschickt, das ich brav ausgefüllt habe. Erfrischungsgeld!

Aktualisierung: ich fülle gerade den dritten Formularsatz aus. Ich glaube, es ist deutlich leichter, Bundespräsident zu werden als Wahlhelfer.

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