Freitag, 24. April 2015

P18 – Pistole, Plane etc.






Aus aktuellem Anlaß hopse ich etwas voraus zu P 18. Der aktuelle Anlaß ist ein Interview mit dem Schriftsteller Paul Maar in der ZEIT. Darin berichtet Herr Maar, er habe als kleiner Junge sehr gerne immer in einem einzigen Buch gelesen, und sich die Abbildungen angeschaut. Ja, und was war das für ein Buch? Es war unser Sprach-Brockhaus. Allerdings eine Ausgabe von 1935. Ich habe Herrn Maar sofort angeschrieben, und er hat – ich meine, ok, wie soll es auch anders sein, daß Paul Maar nett ist – also er hat sehr nett geantwortet. Er schrieb mir, sogar ein Wachsflecken vom Lesen mit Kerze sei auf der Seite mit „Pistole und Revolver“ vorhanden, als er damals unter der Bettdecke gelesen habe. Ich habe die Seite mal herauskopiert – allerdings war da kein Revolver. Ich habe dann meine Ausgabe von 1944 hervorgeholt, und tatsächlich, offenbar ist der Brockhaus auch hier demilitarisiert worden.



Also, Herr Maar, hier nochmal ohne Kerzenflecken: Pistole und Revolver

 




Ich versuche mir manchmal vorzustellen, wie es in der Brockhaus-Redaktion zugegangen sein mag. „Die kleine Browning lassen wir drin. Die anderen fliegen raus.“ „Ja, und was machen wir stattdessen?“ „Hm, irgendwas mit P. – Pi, Po, Pl…“ Natürlich haben sie sich wieder mit einem Eisenbahn-Lemma, der Plattform, helfen können. Aber „Plane“, das ist schon ein klein wenig schwach und wahrscheinlich nur durch Illustrationsnot zu erklären. 



Warum man die Browning hingegen unverändert übernommen hat, die Piroge hingegen neu gezeichnet hat – das bleibt wohl auch ewiges Brockhausrätsel. Damit wir wenigstens heute noch ein klein wenig lernen: es handelt sich nur um eine Piroge, wenn der Rumpf ein Einbaum ist. Er kann zwar durch Planken erhöht werden, aber die Basis muß ein ausgehöhlter Baumstamm sein.



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