Freitag, 14. November 2014

K40 - Kompass, Kondensator etc.

Kompaß. Kompaß – super. Ich hab tatsächlich immer einen Kompaß bei mir, und das bestimmt seit 20 Jahren. Wie oft ich ihn gebraucht habe? Nun, äh… Seit Google Maps Mobile ist das Kompaßmitschleppen gänzlich überflüssig. Ich träume einfach davon, mit Euch spazieren zu gehen, und dann, in eine kleine Gesprächspause hinein, fragt ihr einfach: Joachim, weißt du, wo Norden ist? Weiß ich nicht, aber ich greife in die Tasche, klappe den Kompaß auf und zusammen gucken wir uns an, wo Norden ist und wie es da aussieht. Das ist mein kleiner romantischer Kinderkompaßtraum. Keine App, sondern etwas simples Mechanisches. – Abgesehen davon sind es einfach schöne Geräte. Und ich fand den Gedanken immer schon tröstlich, daß die Himmelsrichtung etwas ist, das man immer dabei hat. Links und rechts, hier und da verändern sich, wenn man sich nur einmal umdreht. Aber Norden, der bleibt immer, wo er ist. Ein klarer, verläßlicher Kumpel. Seinem Mädchen den Nordstern zeigen, toll. Und es heißt Himmelsrichtungen, obwohl es ja Erdrichtungen sind. Das ist schön, wenn man sich das genauer überlegt – mit dem Himmel zusammen Richtungen zu haben. Erfunden haben ihn übrigens die Chinesen. Und tatsächlich nicht zum Navigieren, sondern um ihre Wohnungen im Feng Shui einzurichten. Außerdem zeigten chinesische Kompasse nach Süden, nicht nach Norden.
 
Kondensator. Mein Vater ist Amateurfunker und das sind Schrauber wie Mopedfahrer, nur viel elektrischer und feiner. Das bedeutet: in der großartig unaufgeräumten Funkbude lagen damals mindestens ein halbes Dutzend Drehkondensatoren herum. Selbst mir als kleiner Steppke war das Prinzip eines Drehkondensators (wir Kompaßpiloten und Funker nennen ihn zärtlich „Drehko“) völlig klar und einsichtig. Durch das Drehen wird die Überschnittsfläche der Metallplättchen verändert und damit verändert man die Einstellfrequenz. Nicht verstanden? Ihr wißt ja auch noch nicht einmal, wo gerade Norden ist!
Konglomerat. Vor einigen Jahren habe ich mir ein Geologiebuch gekauft, allein, weil ich nicht den blassesten Schimmer von Geologie hatte. Es hat sich wirklich gelohnt. Geologie ist wahnsinnig interessant. Obwohl ich in einer geologisch tristen Gegend wohne – Berlin ist ganz primitiver Brandenburger Sand, ein ehemaliger Strand, geologisch wahnsinnig öde. Das oben abgebildete Konglomerat müßt ihr euch als steinerne Suppe vorstellen – also klare Suppe mit Klößen und Gemüse, nur eben versteinert. Agglomerat ist eher so wie Bratkartoffeln (Foodblog, here we are).
Konsole. Manchmal wünsche ich mir, ein sehr guter Zeichner wäre unter euch Lesern, der dann mal noch etwas ergänzen kann für das 21. Jahrhundert. Also einfach mal bei „Konsole“ eine Sony Playstation 3 hinmalen könnte, im Brockhaus 1952-Style. Oder „Smartphone“ und „Selfie“ zeichnen könnte. Gut, bis S ist ja noch lange Zeit.

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