Freitag, 30. Juni 2017

W07 - Waschküche, Wärmer




Waschküche. Oh, ein kleine wenig überschneidet sich das mit der „Wringmaschine“ vor zwei Wochen. Aber dennoch. Sehr interessant ist die „Kelle“ (Mitte oben). Diese Kelle hat noch mehrere Wegwerfwellen überlegt und stand noch sehr lange in unserem Keller herum. Am unteren Ende war das Hollz sehr weich und ausgefasert, das ganze Ding war durch die Lauge komplett grau geworden. Wenn ich das noch einmal anschaue – es ist schier unglaublich, dass diese Dinge immerhin noch Teil meiner jungen Gegenwart gewesen sind. Mein Gott, ich bin doch nicht 90. Ich habe schon öfter darüber geschrieben, und jetzt fälllt es mir auch wieder auf: der Brockhaus steht auf der Schwelle vom mechanischen Zeitalter ins elektrische Zeitalter, genau dazwischen, und da er ein Verzeichnis der existierenden Dinge ist, fällt vieles in die unmittelbare Vergangenheit.



In der Ausgabe von 1974 ist die Waschküche weg – es gibt die Waschmaschine, und verschämt, einen Waschbottich. Noch einmal: die Gegenwart, die letzten 30 Jahre, haben unzählige ansonsten zeitaufwendige Verrichtungen so pulverisiertt wie Waschpulver.



Waschkommode. Und ebenso faszinierend die Waschkommode. Offenbar ein Möbel, an dem man sich gewaschen hat (ähnlich wie der „Waschtisch“ darunter). Das ist offenbar eine Reminiszenz an Zeiten, an denen nicht unbedingt eine Badezimmer zur Ausstattung dazugehört, und uns entsprechend fremd. Mit einem „Waschgeschirr“ sich zu waschen, das hab ich noch nie gemacht. Wie funktioniert das überhaupt? Mit der Kanne Wasser holen (woher?) und dann hineinschütten, und dann herumwaschen? Nein, das läuft so nicht.



Wärmer. Ich war schon immer ein ziemlicher Feind von Wärmern jeder Art. Geradezu lächerlich finde ich die Ohrenwärmer. Wie kann man kalte Ohren haben? Entweder ist einem komplett kalt, oder nicht. Aber nur die Ohren kalt? Lustigerweise sieht dieser Ohrenwärmer natürlich aus wie ein Kopfhörer, den es in dieser Form und Leichtigkeit damals natürlich nicht gegeben hat. Ebenso rätselhaft ist mir der Pulswärmer. Was sind das für Menschen, deren Puls kalt ist, und der Rest muckelwarm?



Einen eindeutigen Sprung nach vorn haben wir bei den Wärmflaschen gemacht. Diese Dinger aus Kupfer gibt es heutzutage nur bei Manufactum; und sie sind natürlich totaler Quatsch. Wärmflaschen sind aus Gummi. Ich brauche sie übrigens immer nur im März und November, auf dem Balkon, wenn der Sommer noch nicht oder nicht mehr ist und mich trotz Decken friert.



Ein „Kaffeewärmer“ ist natürlich auch eine skurrile Angelegenheit. Aber das ist aus Zeiten, als Kaffee noch teuer und Luxus war. Ich kann mich auch noch daran erinnern, daß auf großen Familienfeiern alte Tanten noch ein Pfund Kaffee mitbrachten, sozusagen zur Lastenteilung. 



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